Respektlose Kinder

Oft fragen mich Eltern, wie sie sich bei Respektlosigkeit verhalten sollen.
Feststellbar ist, dass sprachliche Gewalt von Jugendlichen zunimmt. Eltern berichten oft von fehlendem Respekt. Nicht nur Familienangehörigen, auch Lehrkräften gegenüber. Die Achtung vor dem Gegenüber geht verloren. Schüler lassen manch einem Erwachsenen die Nackenhaare aufstellen, hört man beispielsweise auf das Tram wartenden Schülern zu.
"Siehst du dort drüben diesen Mongo? Gott, hat der eine Sabberfresse!" "Hey du schwule Sau, fass mich nicht an!" Dazu gehören Gerempel, Tritte gegen den Billettautomaten und so weiter.
Die Schüler mögen manches vielleicht lustig empfinden, respektvoll ist es allemal nicht!
Zu meinem Bedauern stehen bei solchem Verhalten nicht allen Erwachsenen die Nackenhaare zu Berge, denn sind wir ehrlich; respektloses Verhalten kriegen Schüler nicht selten genau so bei Erwachsenen vorgelebt. Wie oft sich Erwachsene gegenüber Jugendlichen respektlos äussern oder verhalten, erfahren Heranwachsende durch abschätzige Bemerkungen, beispielsweise durch Lehrkräfte in Schulen, herablassende Blicke von Passanten oder offen aggressivem Verhalten in der Bahnhofhalle zu Stosszeiten.

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Eltern sind grundsätzlich das wichtigste Vorbild.
Eltern sind für Kinder immer die erste Orientierungsinstanz. Selbst dann, wenn ihr pubertierendes Kind zeitweise den Eindruck entstehen lässt, dass es ihm am verlängerten Rücken vorbei geht, was sie als Eltern denken, wiederholt predigen oder vorzuleben versuchen, so stimmt das nicht! Wie das Kind sich gegenüber anderen Menschen zu verhalten hat, lernte es bereits lange Zeit vor der pubertierenden Phase. Es hatte genügend Zeit, zu beobachten, abzugucken und zu lernen.
Das pubertierende Kind stellt sie als Eltern höchstens noch einmal auf den Prüfstand, um das eigens entwickelnde Bewusstsein kritisch ihrer inneren Haltung und ihrer moralischen Überzeugungen gegenüber zu stellen. Trotz Diskussionsfreudigkeit und trotz äusserem Ausdruck von Ignoranz von elterlichem Rat.

Das allerwichtigste ist, dass ihr Kind erfährt, das sie Menschen und ihr eigenes Kind mit Respekt behandeln. Das Kind lernt durch sie als wichtigstes Vorbild, sich in die Gefühlswelt anderer Menschen zu versetzen. Mit diesen Erfahrungen spürt ein Kind früh, wann sie ein Mensch abschätzig oder mit Respekt behandelt fühlt.

Fehlender Respekt ist oft hausgemacht!
Ich erachte es als ziemlich oberflächlich, die Gründe für die Entstehung von respektlosem Verhalten ausschliesslich im ausserhäuslichen Umfeld ihres Kindes "bei anderen" zu suchen - der Schule, den Medien oder der Gesellschaft. Ein Blick auf das Konto der Erziehung kann dann aufschlussreich sein, wenn ihr Kind weder Mitgefühl noch Achtung anderen Menschen gegenüber zeigt.

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Respektlosigkeit und mangelndes Mitgefühl (Empathie) bei Jugendlichen können sich aus folgenden Erziehungsüberzeugungen bilden:
  • einer Laisser-faire-Haltung, die ein Kind als Gleichgültig wahrnimmt
  • Inkonsequenz, einem Erziehungsstil bei dem Zuckerbrot und Peitsche nebeneinander stehen. Das Kind hat dann dauernd das Gefühl ausgeliefert zu sein
  • eine falsche Erwartungshaltung durch Überforderung und einem überbehütendem Erziehungsstil, indem keine Eigenständigkeit zugebilligt wird
Wie denken Sie darüber?

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